Die Grenze zwischen entspanntem Glücksspiel und problematischem Spielverhalten ist nicht immer leicht zu erkennen. Der Übergang ist meist schleichend.
Je früher Du merkst, dass sich Dein Spielverhalten ungünstig entwickelt, desto einfacher ist es, darauf zu reagieren. Deshalb zeigen wir Dir hier die wichtigsten Anzeichen, die Dir bei der Einschätzung helfen.
Geschrieben von: Lina Berger
Zuletzt aktualisiert am: 2026-01-28
Ein einzelnes dieser Anzeichen bedeutet nicht automatisch ein Problem. Achte darauf, ob sich bestimmte Muster wiederholen oder mit der Zeit stärker werden.
Die meisten Veränderungen im Spielverhalten entwickeln sich langsam und fast unmerklich. Selten tritt ein einzelnes Warnsignal plötzlich auf, häufiger ist es eine schleichende Entwicklung über Wochen oder Monate.
Deshalb ist es wichtig, bestimmte Bereiche bewusst im Blick zu behalten.
Beim Online Glücksspiel verschwimmt das Zeitgefühl leicht. Was als „kurze Runde“ beginnt, dehnt sich immer öfter aus. Geplante Pausen werden verschoben oder fallen ganz weg.
Besonders abends oder nachts kann sich das Spielen unbemerkt in die Länge ziehen.
Kleine Erhöhungen der Einsätze fallen zunächst kaum auf. Oft beginnt es mit dem Wunsch, Verluste wieder reinzuholen oder den Nervenkitzel zu steigern.
Was als gelegentliche Ausnahme startet, kann sich zum Muster entwickeln, besonders wenn das ursprüngliche Budget nicht mehr eingehalten wird.
Die gedankliche Beschäftigung mit dem Glücksspiel nimmt zu. Zwischen den Spielsessions wächst die Vorfreude oder auch ein unterschwelliger Druck, wieder zu spielen.
Manchmal wird das Spielen auch zur Ablenkung von Alltagsstress oder schwierigen Gefühlen.
Das Spielverhalten beginnt, den Alltag zu beeinflussen. Hobbys oder Treffen mit Freunden werden seltener. Verluste oder Spielzeiten werden nicht mehr offen kommuniziert.
Oft entstehen auch kleine Ausreden vor sich selbst oder anderen.
Diese Entwicklungen können jeden treffen und sind kein Zeichen von Schwäche. Entscheidend ist, sie früh zu erkennen und ernst zu nehmen.
Glücksspiel ist für viele Menschen eine spannende Freizeitbeschäftigung. Manchmal verändert sich das eigene Spielverhalten jedoch unmerklich.
Dieser kurze Selbstcheck hilft Dir dabei, Deine aktuelle Situation besser einzuschätzen.
Nimm Dir einen ruhigen Moment, geh die folgenden Fragen ehrlich für Dich durch und beantworte diese mit Ja oder Nein.
Du kannst Dir Deine Antworten aufschreiben oder sie einfach im Kopf durchgehen.
1. Spielst Du häufiger oder länger als ursprünglich geplant?
2. Vernachlässigst Du andere Aktivitäten fürs Spielen?
3. Verschiebst Du Termine, um spielen zu können?
4. Erhöhst Du Deine Einsätze öfter als früher?
5. Versuchst Du, Verluste durch weiteres Spielen auszugleichen?
6. Fällt es Dir schwer, geplante Limits einzuhalten?
7. Denkst Du häufig ans Spielen?
8. Fühlst Du Dich unruhig, wenn Du nicht spielen kannst?
9. Spielst Du, um Stress oder negative Gefühle zu verdrängen?
10. Verheimlichst Du Dein Spielverhalten gelegentlich vor anderen?
11. Denkst Du nach dem Spielen oft über Gewinne oder Verluste nach?
➡️ Dieser Check ersetzt keine professionelle Beratung. Er gibt Dir erste Orientierung.
Wenn Du Dich in einigen Punkten des Selbstchecks wiedererkennst, ist das zunächst kein Grund zur Sorge. Der Test ist eine Momentaufnahme und soll Dir helfen, Dein Spielverhalten bewusster wahrzunehmen.
Wichtig ist, erste Anzeichen ernst zu nehmen und bewusst zu reagieren.
Eine bewusste Pause vom Spielen ist oft ein guter erster Schritt. Sie verschafft Dir Abstand und einen klareren Blick auf die Situation.
Überprüfe in dieser Zeit Deine bisherigen Regeln und Limits für das verantwortungsvolle Spielen. Was hat früher gut funktioniert, was solltest Du anpassen?
Sprich mit Menschen, denen Du vertraust, über Deine Gedanken. Manchmal hilft schon ein offenes Gespräch, um neue Perspektiven zu gewinnen.
Auch ein unverbindlicher Austausch mit einer Beratungsstelle kann Dir Orientierung geben, anonym und ohne Verpflichtungen.
➡️ Unter „Hilfe & Support“ findest Du Anlaufstellen, die Dich bei Deinen nächsten Schritten begleiten.
Nein. Einzelne Anzeichen können verschiedene Gründe haben und sind nicht automatisch problematisch. Achte darauf, ob sich bestimmte Verhaltensmuster wiederholen oder mit der Zeit stärker werden.
Entscheidend ist nicht, wie oft Du spielst, sondern wie Du damit umgehst. Ein Warnsignal kann sein, wenn Du Deine selbst gesetzten Regeln häufiger brichst oder das Spielen Deinen Alltag zunehmend beeinflusst.
Ja, definitiv. Viele Menschen schaffen es, ihr Spielverhalten anzupassen, besonders wenn sie früh reagieren und aktiv gegensteuern. Dabei können auch kleine Änderungen große Wirkung haben.
Der Selbstcheck gibt Dir erste Orientierung und hilft, Veränderungen zu erkennen. Für eine genauere Einschätzung Deiner Situation kann ein Gespräch mit einer Beratungsstelle hilfreich sein.
Wenn Du unsicher bist oder merkst, dass Dir Veränderungen Sorgen machen, ist ein Beratungsgespräch sinnvoll. Die Angebote sind vertraulich, unverbindlich und kostenlos.